Adelbert Rechsteiner

Einige Räume weiter wird eine ganz andere Person auch langsam nervös. Ein starker, stattlicher Mann der wie immer in seiner Kupferrüstung bereit steht. Die jungen Frischlinge unter den Söldnern munkeln, dass er sie sogar im Schlaf trägt. Mit seinen 45 Jahren ist er ein etwas älteres Eisen. Viele junge Soldaten und Kämpfer der höheren Ränge sind auf Stahl- oder Eisenblech umgestiegen, doch er bleibt bei seiner schweren Kupferrüstung. Verziert mit vielen feinen Linien aus Gold. Auch was die Helmtechnologie angeht besteht er nach wie vor auf seinen Morion, wo alle anderen bereits Vollhelme einsetzen. Aber was soll man sagen, keiner schwingt den Zweihänder wie er. Doch das war nicht immer so: An seinem Nacken sieht man die Spitze einer Narbe, welche über den ganzen Rücken verläuft. Im Krieg vor fünfzehn Jahren wurde der Ritter, welcher heute Chef der Söldner Ausbildung ist schwer verletzt. Viele Jahre ohne Hoffnung und Kampf sind an ihm vorbei gezogen, eine schier endlose Rehabilitation. Knappe zehn Jahre dauerte es, bis er wieder bei alter Gesundheit war. Wir reden hier nicht von irgendeinem Ritter der Königsgarde, wir reden von Sir Adelbert Rechsteiner – Ein Name der noch in die Geschichtsbücher eingehen wird. Doch warum die Nervosität? «Oh mein Gott, nur noch gut sechs Stunden bis die Parade los geht.» stammelte er. Normalerweise kennt man ihn als furchtlosen Kämpfer, doch wenn es darum geht mit einer Gruppe von Söldnern die Parade anzuführen und im Rampenlicht zu stehen kriegt auch unser Kriegsheld ziemlich schnell weiche Knie. Stotternd fragt Adelbert «Ist unser Wagen schon fertig?» in die Menge. Keiner antwortet, es scheint noch nicht so weit zu sein.